Artwalx
ArtWALX – KUNSTPROGRAMM 2022
HDI hat ab 2022 mit dem Kunstmanagement ein neues Kunstkonzept zur Bespielung des Atriums entwickelt und startet ab Ende März quartalsweise Kooperationen mit zeitgenössischen Künstler:innen: Es werden temporär Kunstinstallationen am HDI-Platz zu Gast sein, begleitet von Veranstaltungsformaten in Zusammenarbeit mit dem X-Hub, die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den Gästen geben..
Max Miller

Bei seiner Malperformance wird Max Miller auf Aluverbundplatten ein Gemälde mit innenraumtauglichen, gesundheitsfreundlichen Farben in seinem charakteristischen Stil erstellen. Wer Lust hat, kann das sog. “Work in Progress” live mitverfolgen und bei einer Kaffeepause im Atrium die Entstehung des Werks beobachten oder mit dem Künstler ins Gespräch kommen.
Zum Künstler Max Miller
Der Calligraffiti-Künstler Max Miller, der im echten Leben Maximilian Immisch heißt, wurde 1992 in Hannover geboren. Er ist hauptberuflich Tätowierer und betreibt seit einigen Jahren in Hannover-Hemmingen seine eigene Tattoo-Werkstatt. Der Autodidakt erstellt auf Wunsch auch Graffitis auf unterschiedlichen Trägermaterialien von idealerweise großem Format. Darauf kann er so richtig loslegen und mit Acryl- und Sprühfarbe in die Vollen gehen.
Calligraffiti - drei Kunstformen verschmelzen
Miller bedient sich in seinen Arbeiten des Calligraffiti, einer Kunstform, die sich aus der Kalligrafie, der Typografie sowie dem Graffiti zusammensetzt. Sukzessive wachsen in seinen manchmal, aber nicht immer symmetrisch angelegten Kompositionen abstrakte Elemente zu einer Ornamentik an, deren Zeichen an fernöstliche Schriftzüge erinnern. Millers’ Stil geht nicht auf bestimmte Vorbilder zurück, im Gegenteil: Er unterwirft sich in seinen Werken keinen Vorgaben und Regeln und schafft somit eine Art “Eigenmarke”. Am liebsten arbeitet Miller in Schwarz-Weiß, weil dann die perspektivische Wirkung am intensivsten ist, aber auch Blau, Gold und andere Farben kommen gelegentlich zum Einsatz.
Sein Gemälde eigens für HDI erstellt Miller am 29. November im Zeitraum von 9 – 15 Uhr am Seiteneingang neben der Tischtennisplatte. Kommt vorbei und schaut ihm beim Malen zu – wer mag, kann als Appetizer schon mal einen Blick auf seinen Instagram-Account max.miller.tattoo werfen.
Alexandra Hopf
Alexandra Hopf versteht Mode als eine Metapher für die Konstruktion von Geschichte. In ihren installativen Arbeiten untersucht sie die Konstruktion von (Kunst-)Geschichte, indem sie faktisches, d. h., originales, und imaginatives, also von ihr selbst erschaffenes Material zu einem vielseitigen Gewebe verwebt. Objekte verschiedener Medien – Kleidung, Malerei, Film und Fotografie – tauchen in ihrem Werk in Rück- und Vorblenden in Vergangenheit und Zukunft auf und intervenieren in die Vorstellung eines linearen Geschichtsverlaufs und die Logik der Ereignisse.

(c) Harry Schnittger
Alexandra Hopf ist in Kassel geboren, hat von 1990–96 an der Kunstakademie Düsseldorf studiert, sie lebt und arbeitet in Berlin. Neben Auslandsstipendien (Schweiz, Mallorca, Miami, Los Angeles u.a.) hat die Künstlerin an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland teilgenommen, jüngst war sie mit mehreren Werken in der Gruppenshow Modebilder – Kunstkleider in der Berlinischen Galerie vertreten und hat als Autorin und Herausgeberin mehrere Künstlerbücher publiziert sowie Filmproduktionen realisiert.
Pinstripe Revolution Alexandra Hopf
ArtTALX

Die Künstlerin setzt sich immer wieder mit Modellen von „Arbeitskleidung“ auch im künstlerischen Kontext auseinander, beschäftigt sich mit historischen Vorbildern von „Künstlerarbeitskleidung“ oder der geistig aufgeladenen Weiterentwicklung von Alltagsbekleidung in den künstlerischen Avantgarde-Bewegungen – als Gewand für den „neuen Menschen“, sei es von Ljubow Sergejewna Popowa, Alberto Giacometti oder der legendäre Overall „Siren Suit“ von Winston Churchill und überführt diese Modelle in zeitgenössische Interpretationen. Am Beispiel des Arbeitsanzugs von Alexander Rodtschenko wird mit den Modellen „Bespoke Pinstripe“ und „Casual Pirate“ ein Update des historischen Modells vorgeschlagen, das Varianten zwischen „offizieller, eleganter" und eine „casual“ Version (fürs Homeoffice) durchspielt. Außerdem kreiert die Künstlerin mit "8-Caps-a-Week" eine zeitgemäße Unisex-Kopfbedeckung für jeden Wochentag. Diese Kleidungsstücke werden an Schaufensterpuppen beim Wasserlauf installiert sowie in der Vitrine am Nebeneingang des Atriums mit Rekonstruktionen historischer Plakate und zeitgenössischen modischen Accessoires, wie z. B. einem Fanschal und Baseballcaps. Diese neuen Accessoires werden dadurch in den geschichtlichen Kontext zurückverankert. So changiert die Präsentation der Künstlerin zwischen Modeschau, Moodboard und musealer Dokumentation. Der Titel „Bespoke Workwear“ (bespoke = maßgeschneidert) ist gleichzeitig der Name des künstlerischen Kleidungs-Labels, das Alexandra Hopf entwickelt hat.
ArtWORX
Wie könnte eine adäquate Arbeitskleidung im Business Look heute aussehen? Brauchen wir in Bürokontexten spezielle Arbeitskleidung, welche Funktionen und Codes erfüllt sie hierbei, was genau soll in ihr zum Ausdruck gebracht werden, wie könnte ein neues Kleidungsmodell aussehen, das z. B. den aktuellen Genderdiskussionen entspricht, praktisch wie symbolisch zweckmäßig sein könnte? Wie hat die Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice während der Pandemie unseren Kleidungstil in dieser Hinsicht beeinflusst und verändert?
Im Rahmen des zweistündigen Workshops diskutiert Alexandra Hopf, moderiert von Birgit Laskowski, diese Fragestellungen mit den Anwesenden und instruiert Interessierte, Maß (an sich) zu nehmen, einen Schnittbogen ihres Modells „Bespoke Pinstripe“ zu erstellen anhand des von der Künstlerin konzipierten Schnittbogens, den alle Teilnehmer:innen im Anschluss auch zur eigenen Umsetzung und Fertigstellung des Kleidungsstücks mitnehmen können. Erste Nähte können bereits probeweise an einer Maschine vor Ort gefertigt werden. Wer möchte, kann auch seine eigene Nähmaschine mitbringen.
