Talanx mit Ergebnis 2011 sehr zufrieden

  • Gebuchte Bruttoprämien: 23,7 Mrd. Euro (+4 Prozent)
  • Akquisitionen in Zielmärkten unterstützen Wachstumskurs
  • Risikoorientierte Kapitalanlage sorgt für stabiles Ergebnis
  • EBIT: 1,2 Mrd. Euro (+21 Prozent)
  • Eigenkapitalrendite steigt auf 10,0 Prozent

Hannover, 22. März 2012
Trotz einer außergewöhnlich hohen Schadenbelastung aus Naturkatastrophen konnte Talanx das Jahr 2011 mit einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis abschließen und ist damit im Branchenvergleich erfreulich gut durch eines der schadenträchtigsten Jahre für die Assekuranz gekommen. Grund dafür ist insbesondere die gut diversifizierte Aufstellung des Konzerns: Die Ergebnisse aus der Erstversicherung konnten die von hohen Naturkatastrophenschäden geprägte Entwicklung in der Schaden-Rückversicherung kompensieren. Die Verbesserung des versicherungstechnischen Ergebnisses prägt die Gewinnsituation insgesamt, auch EBIT und Konzernergebnis verbesserten sich deutlich. Positive Ergebniseffekte ergaben sich außerdem aus der Auflösung von Rückstellungen, die für rechtliche Auseinandersetzungen bezüglich der Zulässigkeit der Doppelbesteuerung ausländischer Kapitaleinkünfte und ein Kartellrechtsverfahren gebildet worden waren.

Auch strukturell kann sich das Ergebnis sehen lassen: Die Finanzkraft ist unverändert solide, insbesondere die Solvabilitätsquote des Talanx-Konzerns ist mit 202 Prozent deutlich höher als gesetzlich gefordert.

„Im Jahr 2011 haben wir eines der besten Konzernergebnisse erzielt. Angesichts der vielen Großschäden und der Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten zeigt dies, dass unsere Diversifizierung wirkt: Das Talanx-Schiff bleibt auch in schwerer See auf richtigem Kurs“, kommentiert Herbert K. Haas, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG, den Jahresabschluss 2011.

Auch bei den Bruttoprämien konnte der Konzern 2011 zulegen. Die Steigerung um rund 4 Prozent wird getragen von allen Geschäftsbereichen mit Ausnahme des Bereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland, der analog zum Markt einen Rückgang bei Lebensversicherungen gegen Einmalbeitrag zu verzeichnen hatte. Am deutlichsten war mit einem Plus von 11 Prozent das – strategiekonforme – Wachstum im internationalen Privat- und Firmenkundengeschäft. Im vergangenen Jahr konnte Talanx zwei Gesellschaften in Argentinien und Uruguay übernehmen; noch keinen Einfluss auf die Jahresrechnung 2011 hat der Zukauf der mexikanischen Gesellschaft Metropolitana Compañía de Seguros. Mit dem Erwerb der polnischen Gesellschaften TU Europa und Warta – beides vorbehaltlich der behördlichen Zustimmungen – wird der Marktanteil des Konzerns in Polen zukünftig signifikant steigen.

Fortschritte macht auch die Internationalisierung in der Industrieversicherung: Im August 2011 schloss die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG mit der vietnamesischen PVI Holdings eine strategische Partnerschaft. Beide Unternehmen werden auf dem vietnamesischen Wachstumsmarkt ihre Kräfte bündeln. Zusätzlich wurde erstmals die niederländische Nassau Verzekering konsolidiert, ein etablierter Nischenversicherer, der sich auf Spezialsparten wie Berufshaftpflicht, Managerhaftpflicht und Krisenmanagement konzentriert hat.

Die konservative Anlagepolitik des Konzerns sorgte für ein sehr zufriedenstellendes, stabiles Kapitalanlageergebnis. Zurückzuführen ist dies auf eine niedrige Aktienquote von rund einem Prozent und vorausschauende Investmententscheidungen bei Staatsanleihen der so genannten GIIPS-Länder (1,5 Prozent der gesamten Kapitalanlage).

Erste Fortschritte wurden bei der Neuausrichtung des Geschäfts-bereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland erzielt. Neben dem erfolgreichen Verkauf von Gesellschaften – etwa der HDI-Gerling Rechtsschutz Versicherung AG – beeinflussten ein sehr gutes Neugeschäft und erstmals spürbare Kostensenkungen den Geschäftsverlauf des Segments positiv.

Ende Oktober 2011 hat die Ratingagentur Standard & Poor’s das wichtige „Financial Strength“-Rating der Talanx-Erstversicherungsgruppe von A+/stable bestätigt. Die Hannover Rück-Gruppe wird nach wie vor mit AA-/stable bewertet. 

Geschäftsentwicklung des Konzerns
Die gebuchten Bruttoprämien der Gruppe erhöhten sich 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent (währungskursbereinigt 5 Prozent) auf 23,7 Mrd. Euro. Mit Ausnahme der Privat- und Firmenversicherung Deutschland konnten alle Segmente des Konzerns dazu beitragen. Spitzenreiter beim Wachstum war das internationale Privat- und Firmenkundengeschäft mit einem Plus von 11 Prozent (währungskursbereinigt 12 Prozent), gefolgt von der Schaden-Rückversicherung mit 8 Prozent (währungskursbereinigt 9 Prozent).

Durch die nur leichte Erhöhung der Selbstbehaltsquote auf 87,9 (87,3) Prozent stiegen die verdienten Nettoprämien ebenfalls um 4 Prozent auf 19,5 (18,7) Mrd. Euro.

Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich um 345 Mio. Euro oder 17 Prozent auf -1,7 Mrd. Euro. Insbesondere die Erholung im Bereich Erstversicherung, dessen Ergebnis im Vorjahr durch Sondereffekte geprägt war, kompensierte hier den Ergebnisrückgang in der Schaden-Rückversicherung. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote des Konzerns blieb mit 101,0 (100,9) Prozent nahezu unverändert, wobei einer verbesserten Kostenquote ein leichter Anstieg der Schadenquote um 0,9 Prozentpunkte gegenüberstand.

Vor dem Hintergrund der Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten ist das konstante Kapitalanlageergebnis des Konzerns in Höhe von fast 3 Mrd. Euro (ohne Depotzinsen) sehr zufriedenstellend. Dabei steht der Steigerung bei den ordentlichen Erträgen ein Rückgang im außerordentlichen Ergebnis gegenüber. Das niedrige Zinsniveau wurde dazu genutzt, Staatsanleihen guter Bonität zu verkaufen und die Erlöse hieraus bevorzugt in Unternehmensanleihen zu reinvestieren. Dennoch bleibt die Struktur des Anleiheportfolios weiterhin konservativ mit einem Schwerpunkt auf Anleiheemittenten mit einem hohen Bonitätsranking (38% AAA, 28% AA, 20% A). Trotz der Umschichtung haben sich die unrealisierten Reserven in den Kapitalanlagen weiter erhöht.

Insbesondere bedingt durch ein rückläufiges Währungskursergebnis sowie durch Umstrukturierungskosten im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland ging das übrige Ergebnis stark auf -326 (-139) Mio. Euro zurück. Diese Entwicklung konnte jedoch durch das verbesserte versicherungstechnische Ergebnis überkompensiert werden, sodass sich das EBIT um 21 Prozent auf 1.245 (1.032) Mio. Euro verbessern konnte. Der Ergebnisanstieg ist in erheblichem Ausmaß vom Bereich Erstversicherung getragen. Positive Ergebniseffekte ergaben sich auch aus der Auflösung von in der Vergangenheit gebildeten Rückstellungen, so im Fall zweier positiver Urteile hinsichtlich der Zulässigkeit der Doppelbesteuerung ausländischer Kapitaleinkünfte sowie eines Kartellrechtsverfahrens.

Das Konzernergebnis lag mit 520 (216) Mio. Euro um mehr als das Doppelte über dem des Vorjahres. Die Eigenkapitalrendite stieg von 4,5 auf 10,0 Prozent.

Geschäftsentwicklung der Geschäftsbereiche
Die Bruttoprämieneinnahmen des Geschäftsbereichs Industrieversicherung stiegen leicht um 2 Prozent auf 3,1 (3,1) Mrd. Euro. Auf dem deutschen Markt verzeichnete insbesondere die Sparte Kraftfahrt Zuwachs, im Ausland entwickelte sich die Sparte Feuer gut. Der Erwerb der niederländischen Nassau Verzekering Maatschappij N.V., Rotterdam und deren anschließende Verschmelzung auf die niederländische Tochtergesellschaft HDI-Gerling Verzekeringen N. V., Rotterdam trugen ebenfalls zum Prämienanstieg bei.

Trotz einer sehr hohen Bruttoschadenbelastung, insbesondere durch die Naturkatastrophen in Japan und Thailand, sowie erheblicher Reserveverstärkungen im Bereich Haftpflicht verbesserte sich das versicherungstechnische Nettoergebnis auf 155 (-57) Mio. Euro. Dies hat im Wesentlichen zwei Ursachen: Da die Großschadenereignisse zum größten Teil rückversichert sind, schlägt sich der Bruttoaufwand nicht proportional im Nettoergebnis der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG nieder; außerdem ergaben sich trotz der vorstehend erwähnten Reserveverstärkungen – per Saldo – höhere Abwicklungsgewinne als im Vorjahr.

Rückgänge der anderen Ergebnisbestandteile konnten so überkompensiert werden. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote lag bei 88,6 (104,1) Prozent. Das operative Ergebnis verbesserte sich aufgrund der Verbesserung im versicherungstechnischen Ergebnis auf 321 (185) Mio. Euro.

Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland verzeichnete 2011 einen leichten Rückgang der gebuchten Bruttoprämien um 1,6 Prozent. Zwar haben sich die Prämieneinnahmen der Sachgesellschaften gegenüber dem Vorjahr erhöht, konnten aber den Rückgang im Einmalbeitragsgeschäft der Lebensversicherungsgesellschaften nicht ausgleichen.

Gegenüber 2010 konnte das Segment eine deutliche Steigerung des EBIT auf 110 (-44) Mio. Euro vermelden. Treiber war hier vor allem das versicherungstechnische Ergebnis, das im Vorjahr durch Sondereffekte aus der Verschmelzung der Aspecta auf die HDI-Gerling Lebensversicherung AG belastet war. Es verbesserte sich um 23 Prozent auf -1,3 (-1,6) Mrd. Euro. Ein Teil der Verbesserungen ist auch auf das sehr gute Neugeschäft und nachhaltige Kostensenkungen zurückzuführen − ein Anzeichen dafür, dass die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Neuausrichtung des Bereichs erste Früchte tragen.

Zudem verbesserte sich auch die Schadenquote im Geschäftsbereich, sodass die kombinierte Schaden-/Kostenquote 2011 bei 101,6 (104,2) Prozent lag.

Das Neugeschäft der Gesellschaften insgesamt lag – gemessen am Annual Premium Equivalent (APE) – mit 734 (704) Mio. Euro um 4,3 Prozent über dem Vorjahr. In der Lebensversicherung konnte  im Ver-hältnis zum deutschen Markt (Angabe des GDV: APE 8,3 Mrd. Euro) mit der Steigerung des APE auf 527 (516) Mio. Euro eine leichte Marktanteilssteigerung auf 6,3 (6,1) Prozent erzielt werden.

Spitzenreiter beim Wachstum der gebuchten Bruttoprämien ist der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International – 11 Prozent (währungskursbereinigt 12 Prozent) auf insgesamt 2,5 Mrd. Euro. Wachstumstreiber waren vor allem die Zielregionen des Kon-zerns, Lateinamerika sowie Zentral- und Osteuropa.

Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich um fast 70 Prozent auf -43 Mio. Euro. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verbesserte sich um 6 Prozentpunkte auf 99,3 Prozent. Das Kapitalanlageergebnis verzeichnete einen Anstieg von 6 Prozent auf 159 Mio. Euro.

Neben dem Kapitalanlageergebnis sorgte vor allem das stark verbesserte versicherungstechnische Ergebnis dafür, dass sich das EBIT des Segments auf 54 (27) Mio. Euro verdoppeln konnte.

Die gebuchte Bruttoprämie im Bereich Schaden-Rückversicherung erhöhte sich um 8 Prozent auf 6,8 (6,3) Mrd. Euro, was die Erwartungen des Talanx-Konzerns übertraf. Währungskursbereinigt hätte das Wachstum 9 Prozent betragen.

Vor dem Hintergrund der außergewöhnlich hohen Großschadenbelastung stieg die kombinierte Schaden-/Kostenquote von 98,3 auf 104,2 Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis des gesamten Segments verschlechterte sich auf  264 (78) Mio. Euro. Das Kapitalanlageergebnis stieg um 13 Prozent auf 880 (779) Mio. Euro. Das EBIT für die Schaden-Rückversicherung ging angesichts der hohen Großschadenlast auf 629 (909) Mio. Euro zurück.

Die gebuchten Bruttoprämien in der Personen-Rückversicherung stiegen um 4 Prozent auf 5,3 (5,1) Mrd. Euro. Währungskursbereinigt hätte das Wachstum mehr als 5 Prozent betragen.

Das operative Ergebnis betrug 225 (276) Mio. Euro. Financial Solutions und Bancassurance zeigten erneut eine hervorragende Ergebnisrendite. Trotz des insgesamt positiven versicherungstechnischen Geschäftsverlaufs blieben das operative Ergebnis – und damit auch die EBIT-Rendite – im gesamten Segment wegen eines negativen Währungskursergebnisses jedoch leicht hinter den Erwartungen des Talanx-Konzerns zurück.

Ausblick
Der Talanx-Konzern strebt bei unveränderten Währungskursen ein Wachstum der gebuchten Bruttoprämien an, das den Steigerungsraten der vergangenen zwei Jahre entsprechen soll. Vor allem von dem 2011 vollendeten Konzernumbau erwartet der Talanx-Konzern einen Beitrag zur weiteren Ergebnisverbesserung. Es wird angestrebt, bis Ende 2012 erste größere Synergieeffekte zu erzielen. Gleichzeitig soll sich die Neuausrichtung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland in höheren Ergebnisbeiträgen niederschlagen. Im Segment Privat- und Firmenversicherung International wird auch in den kommenden Jahren ein profitables Wachstum in den Zielmärkten Lateinamerika und Zentral- und Osteuropa angestrebt. Wachstum im Ausland ist ebenfalls Kernziel für den Geschäftsbereich Industrieversicherung, in dem sich der Konzern zu einem Global Player entwickeln will. Der Bereich Rückversicherung geht von einem deutlichen Wachstum der Bruttoprämien aus.

Tabelle der  Konzern-Kennzahlen
Tabelle der  Kennzahlen nach Segmenten

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