Talanx mit gutem Ergebnis nach dem 3. Quartal

  • Gebuchte Bruttoprämie nach neun Monaten +3,4 %
  • Versicherungstechnisches Ergebnis in nahezu allen Segmenten verbessert
  • Konzernergebnis +186 % auf 329 Mio. Euro
  • Eigenkapitalrendite gegenüber Vorjahr +5,4 Prozentpunkte
  • S&P bestätigt Finanzstärke-Rating mit A+ (stable)

Hannover, 22. November 2011
Der Talanx-Konzern kann seinen Wachstumskurs weiter vorantreiben: Gestiegene Prämieneinnahmen – vor allem in den strategischen Wachstumsfeldern –, ein trotz hoher Großschadenlast deutlich verbessertes versicherungstechnisches Ergebnis, ein angesichts der derzeitigen Finanzkrise erfreuliches Kapitalanlageergebnis und deutlich geringere Steueraufwendungen sorgen dafür, dass die Gruppe das Konzernergebnis in den ersten neun Monaten 2011 mehr als verdoppeln kann.

„Wir sind mit unserem Ergebnis nach dem dritten Quartal zufrieden – vor allem angesichts der hohen Großschadenbelastung im ersten Quartal“, sagt Herbert K. Haas, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG. „Wieder einmal bewährt sich die gut diversifizierte, wetterfeste Aufstellung des Talanx-Konzerns, mit der wir Ergebnisschwankungen in einzelnen Segmenten gut ausgleichen können“.

Vor dem Hintergrund der Finanzkrise ist Haas auch mit dem Kapitalanlageergebnis des Konzerns zufrieden: „Dank unserer konservativen Anlagestrategie waren die Auswirkungen der Krise an den globalen Finanzmärkten auf den Konzern moderat.“ Der nur leichte Rückgang des Kapitalanlageergebnisses um rund 2 Prozent ist insbesondere der niedrigen Aktienquote von rund 1 Prozent und den vorausschauenden Investmententscheidungen bei Staatsanleihen der so genannten GIIPS-Länder zu verdanken. Insgesamt macht der Bestand solcher Staatsanleihen nur 1,5 Prozent der gesamten Anlagen des Konzerns aus. Auf griechische Staatsanleihen waren Abschreibungen in Höhe von 8 Mio. Euro vorzunehmen. Der Bestand an griechischen Staatsanleihen beläuft sich zum 30.09.2011 auf 6 Mio. Euro.

Auch strategisch gelang es dem Konzern, Fortschritte zu erzielen: Im August schloss Talanx mit der vietnamesischen PVI Holdings eine strategische Partnerschaft. Beide Unternehmen werden auf dem vietnamesischen Wachstumsmarkt ihre Kräfte bündeln.

Im zweiten Quartal wurde erstmals die niederländische Gesellschaft Nassau Verzekering, Rotterdam, einbezogen, ein etablierter Nischenversicherer, der sich in den Niederlanden und darüber hinaus auf Spezialsparten wie Berufshaftpflicht, D&O und Krisenmanagement konzentriert hat.

Ebenso konnte Talanx mit Akquisitionen in Argentinien und Uruguay das strategische Wachstum im ausländischen Privat- und Firmenkundengeschäft im Zielmarkt Lateinamerika forcieren und gleichzeitig ihr Netz im Industrieversicherungsgeschäft erweitern. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat Ende Oktober das wichtige „Financial Strength“-Rating der Talanx Primary Group von A+ (stable) bestätigt, wobei die Kapitalstärke der Gruppe und die führende Wettbewerbsposition im Industriegeschäft und im deutschen Bancassurance-Geschäft hervorgehoben wurden.

Geschäftsentwicklung des Talanx-Konzerns

Die gebuchten Bruttoprämien der Gruppe erhöhten sich in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3,4 Prozent (4 Prozent währungskursbereinigt) auf 17,8 Mrd. Euro. Den höchsten Prämienanstieg verzeichnete die Schaden-Rückversicherung mit 8 Prozent vor Währungseffekten, gefolgt vom Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International mit 7 Prozent.

Erfreulich ist auch das versicherungstechnische Ergebnis des Konzerns: Aufgrund einer Verbesserung in allen Segmenten mit Ausnahme der Schaden-Rückversicherung, die sich im ersten Quartal außergewöhnlich hohen Großschäden ausgesetzt sah, verbesserte sich das versicherungstechnische Ergebnis des Konzerns um 232 Mio. Euro (+15 Prozent).

Das Kapitalanlageergebnis verringerte sich leicht um 2,2 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis reduzierte sich um 5 Prozent auf 720 Mio. Euro. Prägend dafür waren insbesondere die Wechselkursentwicklung und positive Einmaleffekte im Vorjahr. Das Konzernergebnis lag auch aufgrund einer außerordentlich niedrigen Steuerbelastung mit 329 Mio. Euro um 186 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Die Eigenkapitalrendite stieg gegenüber der Vorjahresperiode auf (annualisiert) 8,6 Prozent.

Zwischenbericht der Geschäftsbereiche

Im Geschäftsbereich Industrieversicherung stiegen die Bruttoprämieneinnahmen leicht um 1 Prozent auf 2,6 (2,5) Mrd. Euro. Positiv entwickelten sich vor allem die Sparten Kraftfahrt und Feuer. In der Sparte Industriehaftpflicht waren durch höhere Risikoübernahmen seitens der Versicherungsnehmer Prämienrückgänge zu verzeichnen.

Das industrielle Auslandsgeschäft entwickelte sich stabil mit positiver Tendenz. Dazu beigetragen hat bereits auch die Nassau Verzekering.

Trotz der höheren Großschadenbelastung insbesondere aus den Erdbebenschäden in Japan konnte durch die positive Abwicklung unserer Schadenreserven ein verbessertes versicherungstechnisches Ergebnis erzielt werden (+74 Mio. Euro). Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verbesserte sich deutlich und liegt aktuell bei 93,1 (101,2) Prozent. Der Rückgang im operativen Ergebnis (EBIT) auf 168 (182) Mio. Euro resultiert aus dem währungskursbedingten Rückgang des übrigen Ergebnisses sowie dem um 12 Prozent verminderten Kapitalanlageergebnis.

Die gebuchten Bruttoprämien im Bereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland verminderten sich im Berichtszeitraum leicht um 1 Prozent auf 5,0 (5,1) Mrd. Euro. Dabei standen einer erfreulichen Entwicklung bei Sachversicherungen, die gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6 Prozent auf 1.337 (1.263) Mio. Euro zulegen konnten, niedrigere Prämieneinnahmen in der Lebensversicherung gegenüber, bedingt durch rückläufige Einmalbeiträge in der Lebensversicherung. Hier lagen die gebuchten Bruttoprämien einschließlich der Sparbeiträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen bei 3.670 (3.804) Mio. Euro.

Der Neugeschäftszuwachs der Gesellschaften in der Lebensversicherung lag – gemessen am Annual Premium Equivalent (APE) – mit 329 (343) Mio. Euro 4 Prozent unter dem Vorjahr.

Das versicherungstechnische Ergebnis des Segments verbesserte sich deutlich um 25 Prozent auf -972 (-1.305) Mio. Euro. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote in der Sachversicherung bleibt konstant bei 101,8 (101,7) Prozent.

Die positive Entwicklung des versicherungstechnischen Ergebnisses sorgte auch für eine deutliche Verbesserung des EBIT auf 111 (-2) Mio. Euro, wobei der Vorjahreszeitraum von Bereinigungen im Rahmen der Neuausrichtung des Geschäftsbereichs geprägt war. Das Kapitalanlageergebnis sank im Berichtszeitraum um 7 Prozent, wobei das Vorjahr durch einen Einmaleffekt, Veräußerungsgewinne aus Spezialfonds, bestimmt war.

Mit einem Wachstum der gebuchten Bruttoprämien um 7 Prozent auf 1,8 (1,7) Mrd. Euro konnte der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erneut deutlich zulegen. Neben dem starken organischen Wachstum insbesondere unserer Gesellschaften in Brasilien, Mexiko und der Türkei haben unsere neu akquirierten Gesellschaften in Argentinien und Uruguay mit 29 Mio. Euro zum Beitragswachstum beigetragen.

Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich gegenüber der Vergleichsperiode auf -49 (-106) Mio. Euro. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verbesserte sich um knapp 5 Prozentpunkte. Das Kapitalanlageergebnis sank um 4 Prozent.

Das EBIT des Segments konnte dank des guten versicherungstechnischen Ergebnisses gesteigert werden und lag nach neun Monaten 2011 bei 18 (-29) Mio. Euro.

Die gebuchte Bruttoprämie im Bereich Schaden-Rückversicherung erhöhte sich um 8 Prozent auf 5,2 (4,8) Mrd. Euro. Bei konstanten Wechselkursen, insbesondere gegenüber dem US-Dollar, hätte das Wachstum sogar 11 Prozent betragen.

Trotz einer geringeren Großschadenbelastung im dritten Quartal als erwartet prägte die Großschadensituation im gesamten bisherigen Jahr das versicherungstechnische Ergebnis, das mit -224 (30) Mio. Euro schloss. Das übrige Ergebnis verringerte sich ebenfalls, was hauptsächlich durch den Rückgang des Währungsergebnisses um 91 Mio. Euro bedingt ist. Dadurch sank auch das operative Ergebnis auf 352 (669) Mio. Euro.

Die gebuchten Bruttoprämien in der Personen-Rückversicherung stiegen um 3 Prozent auf 3,8 (3,7) Mrd. Euro. Trotz negativer Effekte durch Ausweitungen der Risikoaufschläge an den Anleihemärkten, die in den Depots zu einer Belastung von rund 70 Mio. Euro führten, und negativer Währungseffekte in Höhe von 44 Mio. Euro konnte immer noch ein operatives Ergebnis in Höhe von 147 (213) Mio. Euro erzielt werden, was die gute Qualität und die ausgezeichnete Diversifizierung des Geschäfts deutlich macht.

Ausblick

Der Konzern erwartet im Geschäftsjahr 2011 – trotz eines schwächeren US-Dollar im Vergleich zum Euro – einen Anstieg der gebuchten Bruttoprämien auf konsolidierter Basis auf mehr als 23 Mrd. Euro. Überdurchschnittliches Prämienwachstum sollte im Geschäftsbereich Industrieversicherung und insbesondere im Kompositgeschäft des Geschäftsbereiches Privat- und Firmenversicherung International zu erwirtschaften sein. Die geplante Forcierung des Auslandswachstums steht im Einklang mit dem strategischen Ziel, mittelfristig die Hälfte der gesamten Erstversicherungsprämien des Konzerns im Ausland zu generieren. Auch die Geschäftsbereiche Schaden-Rückversicherung und Personen-Rückversicherung werden zum Prämienwachstum des Konzerns beitragen.

Disclaimer

Diese Unternehmensmeldung enthält Prognosen und andere zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellem Wissenstand oder Erwartungen der Unternehmensleitung der Talanx AG beruhen. Diese Aussagen können mit bekannten oder unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein. Das wirtschaftliche Umfeld und andere Bedingungen verändern sich ständig. Die tatsächliche Entwicklung und die Ergebnisse der Gesellschaft können von diesen zukunftsbezogenen Aussagen daher naturgemäß – auch erheblich – abweichen. Die Gesellschaft ist nicht verpflichtet, die in dieser Meldung enthaltenen zukunftsbezogenen Aussagen zu revidieren oder zu aktualisieren.

Tabelle der  Konzern-Kennzahlen

Vollständiger  Zwischenbericht zum 30. September 2011

 Finanzkalender für 2012

 

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