„Symbol für unser Zusammenwachsen"

15. Februar 2017

Der Patricio Aldunate, CEO der HDI Seguros S.A. in Chile, spricht über die Stimmung nach dem Kauf der Magallanes-Gruppe und den Stand der Integration

Als Talanx 2015 die Magallanes-Gruppe in Chile kaufte, übernahm die dortige HDI Seguros den viel größeren Wettbewerber. Wie kam das bei den neuen Kollegen an?
Patricio Aldunate: In der Tat war HDI in Chile vor der Übernahme ein kleines, aber sehr effizientes Unternehmen. Wir haben hier 2008 begonnen und arbeiten seither nach den Anforderungen aus Deutschland. Magallanes auf der anderen Seite war ein Versicherer mit einer großen Zahl an Mitarbeitern, guten Ergebnissen und eigenen, lokalen Prinzipien. Zu Beginn der Übernahme spürte man deshalb Zweifel: Die Menschen waren konfrontiert mit einem internationalen Konzern und dessen Vorgaben, was natürlich Veränderungen in den Prozessen mit sich bringt.

Da treffen zwei gelebte Unternehmenskulturen aufeinander.
Genau. Die größte Herausforderung war deshalb, eine Mannschaft zu formen, die einer einheitlichen Vision folgt. Der bewusst ist, dass sie für einen internationalen Konzern arbeitet und dass alle Kollegen den Talanx-Werten verpflichtet sind. Aber es gab auch andere Themen: Im ersten Quartal dieses Jahres haben wir beispielsweise die Vergütungsregelungen vereinheitlicht, da es unterschiedliche Gehaltsstufen, Zusatzleistungen, Arbeitsstunden und Bonussysteme gab. Seit März sind nun alle Unterschiede beseitigt und wir haben seither ein ausgewogenes Modell für alle unsere Mitarbeiter.

Wie steht es heute um das Zusammenwachsen der beiden Gesellschaften?
Die Situation heute unterscheidet sich fundamental von jener zu Beginn der Integration. Wir arbeiten jetzt als großes Team und haben viel Kraft investiert, die Unternehmenswerte im gemeinsamen Unternehmen zu verankern. Damit die Integration ein Erfolg wird, haben wir hart gearbeitet und uns sukzessive den Anforderungen der Talanx International AG angepasst. Momentan führen wir die Computersysteme der beiden Unternehmen zusammen, was sicherlich einer der komplexesten Schritte im ganzen Prozess ist.

Als sichtbarstes Zeichen für die neue Zeit haben Sie im Oktober ein neues Gebäude bezogen. Warum war dieser Schritt notwendig?
Wir konnten es kaum erwarten, in das neue Gebäude zu ziehen, weil wir dort erstmals alle zusammensitzen. Vorher waren die einzelnen Teile des fusionierten Unternehmens an unterschiedlichen Standorten in Santiago verteilt. Mit dem neuen Gebäude finden wir schneller zusammen. Es erleichtert unsere Prozesse und unsere Kommunikation untereinander. Damit ist es für uns das Symbol für unser Zusammenwachsen. Und es soll unseren Mitarbeitern etwas zurückgeben: Die neuen Büros sind modern und komfortabel eingerichtet, was eine angenehme, gemeinschaftliche Arbeitsatmosphäre schafft.

Mit dem Blick nach vorn: Wo sehen Sie für die HDI Seguros Möglichkeiten, weiter zu wachsen?
Momentan finden auf dem chilenischen Markt eine ganze Reihe von Fusionen und Übernahmen statt: Beispielsweise hat der amerikanische Versicherer Liberty Mutual mit Penta den viertgrößten Sach-Versicherer des Landes gekauft. Wir haben in Chile ein Sprichwort: Es ist gut, in unruhigen Gewässern zu fischen. Übertragen auf unseren Markt bedeutet das: In einem solchen Umfeld können wir tatsächlich ein Unternehmen sein, das Marktanteile gewinnt. Wir stehen auf Säulen, die höheres Wachstum möglich machen: Wir haben ein starkes, stabiles Team mit visionärem Geist und klaren Zielen. Mit vereinheitlichten Systemen und klaren Prozessen können wir unseren Kunden exzellenten Service bieten, gemeinsam mit der Unterstützung und der Kraft, die uns ein Konzern wie Talanx geben kann. Das alles sind gute Bedingungen, um in den nächsten Jahren zu den Gewinnern beim Wachstum zu gehören.

 

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887 Moais stehen auf der Osterinsel. Bis heute ist unklar, wie die 60 bis 80 Tonnen schweren Figuren kilometerweit zum Aufstellort gebracht wurden.
Kap Hoorn ist mit 800 Wracks der größte Schiffsfriedhof der Welt.


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