"Wir sind ein lupenreiner Versicherer"

25. Oktober 2016 

Der Talanx-Vorstandschef Herbert K. Haas im Interview mit der Börsenzeitung über die Bewertungslücke zwischen Erst- und Rückversicherung, über Risikopolitik und Kapitalposition und über das Geschäftsjahr 2016.

Börsenzeitung: Herr Haas, Sie stehen seit zehn Jahren an der Spitze des Talanx-Konzerns. Was war der größte Erfolg in dieser Zeit?
Herr Haas: Der Ausbau unseres internationalen Geschäfts in der Erstversicherung, vor allem des internationalen Privat- und Firmenversicherungsgeschäfts.

Inwiefern?
Als ich 2006 Vorstandsvorsitzender wurde, trug dieser Bereich noch mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag zu unserem Prämienvolumen bei. Heute ist das internationale Privat- und Firmenversicherungsgeschäft eines der starken Standbeine im Konzern mit Prämieneinnahmen von 4,6 Mrd. Euro. Und auch die Internationalisierung in der Industrieversicherung hat sich vielversprechend entwickelt. Nur auf den deutschen Markt angewiesen zu sein konnte für uns auf Dauer keine Alternative sein.

Damit sprechen Sie den größten Misserfolg an.
Fehler sind Teil unserer Arbeit, niemand ist davor gefeit. Was ich mit am meisten bedauere, ist, dass ich als Vorstandsvorsitzender in der Tat nicht schnell genug erkannt habe, wie sehr unser deutsches Privat- und Firmenversicherungsgeschäft eine Modernisierung der IT benötigte. Bei der Automatisierung liegen wir deutlich hinter der Konkurrenz. Inzwischen bin ich guten Mutes, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die vollen Ergebnisse der Maßnahmen werden wir in den nächsten drei bis vier Jahren sehen.

Ist dies das wichtigste Ziel, bis Ihr Vertrag als Vorstandsvorsitzender Ende 2019 ausläuft?
Mein Bestreben ist es, dazu beizutragen, dass die Erstversicherung gegenüber der Rückversicherung an Bedeutung gewinnt und der Talanx-Konzern unabhängiger wird von der Rückversicherung. Das heißt nicht, dass die Rückversicherung weniger verdienen soll. Vielmehr muss die Erstversicherung deutlich zulegen. Deshalb werden wir die Anstrengungen zur Portfoliooptimierung und Internationalisierung in der Industrieversicherung und zur Kostenoptimierung im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland forcieren.

Welche Bedeutung hat das Rückversicherungsgeschäft heute?
Die Rückversicherung sorgt im Konzern nach Minderheiten für rund 35% des Prämienvolumens, steht aber zugleich für mehr als 65 % des operativen Ergebnisses. Die Hannover Rück ist also für den Talanx-Konzern ein wichtiger Gewinntreiber. Unser Ziel ist es, die Erstversicherung so zu stärken, dass wir eine bessere Balance hinbekommen zwischen den Erträgen aus der Erst- und der Rückversicherung.

Wie soll diese bessere Balance genau aussehen?
Die Rückversicherung wird immer einen etwas überproportionalen Beitrag zum Ergebnis liefern, wenn man das mit dem Prämienvolumen vergleicht. Ich kann mir ein Ergebnisziel von 50: 50 vorstellen: 50% des operativen Ergebnisses nach Minderheiten kommen dann aus der Erstversicherung, 50% aus der Rückversicherung.

Reichen die beschlossenen Maßnahmen in der Industrieversicherung und im deutschen Privat- und Firmenversicherungsgeschäft aus?
Ich bin sicher, dass wir in allen Geschäftsbereichen die richtigen Weichen gestellt haben. Bei der Digitalisierung sind wir mit verschiedenen Initiativen unterwegs. So werden wir in der Industrieversicherung ein neues einheitliches Bestandsverwaltungssystem etablieren, das alle Sparten erfasst und sowohl im In- als auch im Ausland eingesetzt werden kann. Ein weiteres Projekt sieht vor, dass wir unsere Datenbestände künftig einheitlich führen, wodurch sie schneller auswertbar werden.

Aktuell besteht also kein Bedarf, bei der Restrukturierung nachzubessern?
Im Moment gehe ich nicht davon aus, dass wir, um unsere Ziele in der Industrieversicherung und im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland zu erreichen, noch eine weitere große Initiative starten müssen. Wir müssen aber auch investieren. Allein im deutschen Geschäft mit Privat- und Firmenkunden nehmen wir rund 330 Mill. Euro bis 2020 in die Hand, um die Kostenbasis um 240 Mill. Euro zu reduzieren. Bei der Schadenquote bewegen wir uns mit 68 % auf Marktniveau. Es ist die Kostenquote, die auf Marktniveau sinken muss.

Verschoben werden müssen die Ziele auch nicht?
Nein. Bis 2020, spätestens 2021, sollten wir das Marktniveau bei den Kosten erreicht haben. Wobei wir natürlich auch im Auge behalten müssen, inwieweit sich auch das Marktniveau weiter nach unten bewegt. Man soll nie nie sagen, deshalb will ich nicht ausschließen, dass wir bei einzelnen Maßnahmen etwas nachschärfen müssen. Stand heute besteht dazu aber kein Bedarf.

Könnten weitere Akquisitionen dazu beitragen, die Erstversicherung im Verhältnis zur Rückversicherung nach vorn zu bringen?
Wenn sich Gelegenheiten ergeben sollten, im ausländischen Privat- und Firmenkundengeschäft zuzukaufen, wären wir interessiert – insbesondere in den Märkten wie in Mexiko und in der Türkei, wo wir unser Ziel, zu den fünf führenden Anbietern zu gehören, noch nicht erreicht haben. Im Moment ist aber kein für uns attraktives Unternehmen in Sicht. Gleiches gilt für Akquisitionen in der Industrieversicherung.

Wann wird der Talanx-Konzern die angestrebte Ergebnisbalance zwischen Erst- und Rückversicherungsgeschäft erreicht haben?
In etwa fünf Jahren. Dann wird der Geschäftsbereich Privat- und Firmen-Versicherung Deutschland das Tal der Tränen durchschritten haben. Dann wird auch die Industrieversicherung ihre internationale Position weiter ausgebaut haben. Ich möchte nicht, dass die Rückversicherung schrumpft. Die Hannover Rück ist, wie sie heute positioniert ist, nach wie vor eine Wachstumsstory.

Trotz des schwierigen weichen Marktes?
Ja. Es gibt in den Wachstumsmärkten Opportunitäten, die man nutzen kann. Die Hannover Rück ist auch sehr stark in Asien vertreten, im Gegensatz zu unserer Erstversicherung.

Wie beurteilen Sie die Reaktionen an der Börse? Die Talanx-Aktie bewegt sich seit Jahresanfang seitwärts.
Unser Kurs ist stabil, während andere Versicherer Wert verlieren. Wir müssen immer bedenken, welche Rahmenbedingungen wir zurzeit als Branche haben. Wir müssen die Weichen für eine langfristige positive Entwicklung des Unternehmens stellen. Die Effekte daraus werden nicht so schnell sichtbar, gerade für die Erstversicherung. Deshalb: Die größte Herausforderung momentan am Kapitalmarkt ist die Bewertungslücke zwischen Erst- und Rückversicherung. Die gesamte Erstversicherung einschließlich des Industriegeschäfts und der brasilianischen und polnischen Aktivitäten war zum Jahresende 2015 gerade einmal 800 Mill. Euro wert. Wir müssen daran arbeiten, dass der Markt erkennt, welch großes Potenzial der Konzern in der Erstversicherung hat.

Welche Rolle spielt bei der Bewertung der Holding-Abschlag?
Ein solcher Discount dürfte für den Talanx-Konzern nicht gelten. Denn wir sind ein lupenreiner Versicherer und kein Mischkonzern, der sich neben dem Versicherungsgeschäft unter anderem auch in Bereichen wie Eisenbahnen, Zeitungen und Rasierschaum engagiert. Auch die Liquidität, die wir in unserer Aktie haben, spricht nicht für die aktuelle Bewertung der Erstversicherung.

Welcher Faktor ist denn für die Bewertungslücke vor allem verantwortlich?
Die Lücke ist wesentlich darauf zurückzuführen, dass der Markt in den vergangenen Jahren mit der Performance unserer Erstversicherung nicht zufrieden war - selbst wenn sie isoliert betrachtet ganz ordentlich dasteht mit ihren Erträgen. Aber der Markt hat das so nicht realisiert, sondern vor allem die Schwierigkeiten gesehen, die wir im Industriegeschäft hatten mit einer kombinierten Schaden-Kosten-Quote über 100% in den beiden vergangenen Jahren, die wir im deutschen Lebensversicherungsgeschäft hatten und im Schaden-/ Unfallgeschäft.

Wie kommen Sie voran?
Seit Jahresende 2015 hat sich die Bewertung schon verbessert. Die Erstversicherung liegt jetzt bei 1,3 Mrd. bis 1,4 Mrd. Euro. Aber wir sind noch weit weg von dem Bewertungsniveau von 2,8 Mrd. bis 3 Mrd. Euro, das wir in der Spitze Ende 2013 hatten. Wenn es uns gelingt, durch die Optimierung des Portefeuilles, die Internationalisierung der Industrieversicherung und durch die Verbesserung der Effizienz bei Talanx Deutschland die Erträge zu steigern, dann wird sich die Bewertungslücke schließen.

Hat der Markt die Maßnahmen inzwischen verstanden?
Ich glaube, er ist immer noch ein bisschen skeptisch, ob sich die Ziele so realisieren lassen werden, wie wir es angekündigt haben. Ich bin sicher, wir werden den Markt mit unserer besseren Performance überzeugen.

Wird das nicht immer schwieriger, je länger die Niedrigzinsphase anhält?
Jammern hilft nicht weiter. Wir müssen und werden uns noch auf einige Jahre mit Niedrigzinsen einstellen. Der wirksamste Hebel, um auf den Niedrigzins zu reagieren, ist die Effizienzsteigerung. Also Automatisierung, Digitalisierung. Das führt dazu, dass wir leider weniger Hände brauchen werden. Deshalb werden wir bei Talanx Deutschland 930 Stellen bis 2020 abbauen. Mit Effizienzsteigerungen und auch Wachstumsimpulsen werden wir die Niedrigzinsphase weitestgehend kompensieren.

Was ist bei der Kapitalanlage möglich?
Natürlich versuchen wir auch, mit alternativen Investments, mit Investitionen in Infrastruktur, in Private Equity, mit dem Ausbau unseres Immobilienbesitzes Renditechancen zu nutzen. Wir haben inzwischen 1,6 Mrd. Euro in Infrastrukturanlagen investiert und wollen mittelfristig vielleicht sogar 5 Mrd. Euro investieren in einen Bereich, in dem sich noch Renditen von 3 bis 4% erzielen lassen. Aber bei Kapitalanlagen im Konzern von 115 Mrd. Euro wirkt sich das nur hinter dem Komma aus.

Wie ist das dritte Ouartal gelaufen?
Unspektakulär. Die Großschadenbelastung im dritten Quartal dürfte im Rahmen unseres Budgets gelegen haben.

Im August haben Sie bei der Erläuterung der Halbjahresergebnisse erklärt, das Gewinnziel von rund 750 Mill. Euro in diesem Jahr sei ambitioniert. Gilt diese Aussage nach wie vor?
Ich wollte damit klarmachen, dass wir uns keine Sleep-easy-Ziele setzen. Für einen Gewinn von 750 Mill. Euro müssen wir uns vor dem Hintergrund der Marktbedingungen strecken. Ich bleibe dabei: Das Jahresziel ist anspruchsvoll.

Was bremst Sie in der Erwartung?
Die Niedrigzinsphase sorgt jährlich für etwa 20 Basispunkte Zinsabrieb. Bei Kapitalanlagen von 115 Mrd. Euro handelt es sich um über 200 Mill. Euro im Jahr, die wir durch andere Aktivitäten wieder kompensieren müssen. Von den 200 Mill. Euro entfällt nicht alles auf den Aktionär. Dennoch: Auch für den auf den Aktionär
entfallenden Teil müssen entsprechende Kompensationsmöglichkeiten gefunden werden.

Warum streben Sie keine höheren Anlagenrenditen an?
Natürlich versuchen wir durch alternative Investments, Private Equity und Immobilien die Rendite zu steigern. Aber es gehört zu unserer Risikopolitik, nicht mehr als 50% unseres Risikokapitals auf Kapitalanlagerisiken anzuwenden. Wir sind keine Zockerbude. Der Renditemaximierung in unseren Kapitalanlagen ist eine klare Grenze gesetzt. Das sagen wir auch unseren Investoren. Das ist im Preis enthalten, wenn man in Talanx-Aktien investiert. Dafür können wir auf eine kontinuierliche Ergebnisentwicklung verweisen. Selbst in schwierigen Jahren wie 2008 oder 2010 haben wir immer positive Renditen erzielt. Wir wollen mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% jedes Jahr ein positives IFRS-Ergebnis erwirtschaften.

Wie bewerten Sie die Kapitalposition des Talanx-Konzerns?
Wir hatten zum Ende des ersten Quartals eine Solvenzposition von 166%. Das ist im Vergleich zur Konkurrenz etwas niedriger als der Schnitt der bisher veröffentlichten Solvenzquoten. Die 166% liegen aber innerhalb des Korridors, den wir anstreben mit 150 bis 200%. Unser Wert zeigt, dass wir unser Kapital gut einsetzen. Wir schieben kein Überschusskapital vor uns her. Die untere Grenze von 150% korrespondiert mit einer Kapitalausstattung, die wir auch für unser S&P-Rating von „A+" benötigen. Wenn die Kapitalposition für zwölf Monate oder länger unter diesen Grenzwert fallen würde, müssten wir über Maßnahmen nachdenken.

Welche Maßnahmen wären das?
Schnell umsetzbar wäre die Emission von weiterem Hybridkapital. Wir haben noch einen Korb von ungefähr 2 Mrd. Euro, den wir dafür nutzen könnten. Dieses würde dann als Eigenmittel angerechnet. Die Lücke wäre einfach zu schließen, was aber auch seinen Preis hat in Form von Zinsen. Insofern arbeiten wir daran, unser internes Modell zu verbessern. Ein Hebel in unserem internen Modell ist, dass wir das operationale Risiko, das wir im Moment noch nach der Standardformel modellieren, auch mit unseren eigenen Risikomodellen abbilden können. Bislang verlangt die BaFin, dass wir die Standardformel anwenden. Wenn wir aber hoffentlich im Verlauf des kommenden Jahres zu einer Änderung kommen, würde die Solvenzquote um etwa 10 Prozentpunkte steigen.

Werden Sie den Aktionären für 2016 wieder mehr Dividende zahlen?
Wir haben seit unserem Börsengang 2012 in jedem Jahr die Dividende erhöht. Die Dividendenrendite hat im Niedrigzinsumfeld eine besondere Anziehungskraft bei Investoren. Für Anleger ist deshalb wichtig, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine kontinuierliche Ausschüttung und eine attraktive Dividendenrendite erwarten können. Insofern überlegen wir natürlich, die Dividende auch für das Geschäftsjahr 2016 zu erhöhen, wenn das Ergebnis es zulässt. Mindestens aber sollte die Dividende auf dem Niveau des Vorjahres bleiben.

Welche Rolle spielen Sonderfaktoren in diesem Jahr beim Ergebnis? Was erwarten Sie nach dem Kompromiss bei der Hypo-Alpe-Adria-Bad-Bank Heta?
Heta wird uns begrenzt helfen, weil ein Großteil der Zuschreibungen, die wir vornehmen können, zugunsten der Versicherungsnehmer erfolgt. Die Lebensversicherer halten die großen Bestände von Heta. Der Nettoeffekt von Heta wird für den Aktionär vielleicht bei 8 Mill, bis 10 Mill. Euro liegen. Es gibt in jedem Jahr Sonderentwicklungen. Im vergangenen Jahr ist abgesehen von der Goodwill-Abschreibung von 155 Mill. Euro auf das deutsche Lebensversicherungsgeschäft alles zu unserem Vorteil gelaufen. Die Großschadenbelastung war extrem niedrig. Geholfen hat 2015 auch der Wertverlust des Euro vor allem gegenüber dem Dollar. Dadurch haben wir von 100 Mill. Euro Währungskursgewinnen profitiert.

Wie sieht es in diesem Jahr aus?
Der Effekt durch Währungskursveränderungen für unsere Ertragslage
wird bei weitem nicht mehr so positiv sein wie 2015. Auch deshalb halte ich das Gewinnziel von 750 Mill. Euro für anspruchsvoll.

Wie sieht es mit den Restrukturierungskosten im Erstversicherungsgeschäft aus?
Wir werden in diesem Jahr die gesamten, derzeit geplanten Restrukturierungskosten für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland zurückgestellt haben, insbesondere für den geplanten Personalabbau. Was 2016 noch nicht verbucht wird, sind die Investitionen, die wir noch tätigen müssen. Die werden als Aufwand anfallen, wann immer wir die Investitionen vornehmen. Deshalb wird die Kostenquote in diesem Geschäftsbereich in den nächsten zwei bis drei Jahren noch nicht wesentlich sinken.

Ist in Europa mit einer größeren Konsolidierung in der Versicherungsbranche zu rechnen?
Das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Was bringen denn solche Großfusionen? Sie führen dazu, dass man sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren vor allem mit sich selbst beschäftigt. Bis sich eine Elefantenhochzeit in der Assekuranz für die Anleger auszahlt, geht viel Zeit ins Land. Das führt oft dazu, dass man viel Geschäft verliert.

Und was passiert im deutschen Markt?
Auch hier bin ich skeptisch. Der deutsche Markt wird zu etwas mehr als 30% von Versicherungsvereinen beherrscht. Den Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit geht es, selbst wenn sie Lebensversicherungsgeschäft betreiben, noch immer sehr gut. Die Vereine verdienen ordentlich, sie haben keine Kapitalnot. Sie haben keine Aktionäre, die sie zufriedenstellen müssen. Insofern ist der Druck auf den Markt trotz des Niedrigzinsumfeldes bei weitem nicht so, dass man sich ernsthaft mit Zusammenschlüssen im größeren Umfang beschäftigen müsste. Dass der eine oder andere mal darüber nachdenkt: Ja. Aber dass es in den nächsten fünf Jahren hier zu einer massiven Konsolidierung im deutschen Versicherungsmarkt kommen wird, erwarte ich nicht.

Die Talanx gehört mehrheitlich ja auch einem Versicherungsverein. Ist der Streubesitzanteil von 21% auf Dauer in Ihrem Interesse?
Der V.a.G hat erklärt, er sei bereit, seine Beteiligung auf 50% plus eine Aktie etwa durch Kapitalerhöhungen bei der Talanx verwässern zu lassen. Nur im Moment ist es so: Auch 79 % der Dividenden der Talanx fließen dem V.a.G. zu. Der V.a.G. hält liquide Mittel von rund 1 Mrd. Euro. Diese komfortable Cash-Position ist zum einen für uns vorteilhaft, weil sie einen Ersatz für eine Mittelaufnahme bei externen Banken bietet. Zum anderen heißt es aber auch, der V.a.G. könne bei einer Kapitalerhöhung, wenn diese nicht große Ausmaße annimmt, mitziehen, ohne seinen Anteil verwässern zu lassen. Der relative Anteil des Streubesitzes dürfte damit auf Sicht konstant bleiben.

 

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und in der Finanzdienstleistungsbranche aktiv.